Den Schmerz der Kinder aushalten

Kinder weinen: sie verletzen sich, finden die Welt ungerecht, haben es schwer, Grenzen auszuhalten, streiten sich. Es gibt viele Gelegenheiten bei denen Kinder weinen. Und viele Erwachsenen versuchen, die Tränen so schnell wie möglich zu stoppen. Durch Ablenkung, durch Sätze wie : „Es ist doch gar nicht schlimm“, durch Drohung, durch Ignorieren. Dabei sind Tränen wertvoll. Sie erlauben dem Kind, seine Verletzlichkeit zu spüren, ermöglichen ihm oder ihr einen Spannungsabbau, der notwendig ist, und sind Ausdrucksmittel dafür, dass es für das Kind im Moment eben doch „schlimm“ ist, schwer aushaltbar, oder es keine andere Möglichkeit hat, mit der Situation umzugehen. Und es braucht jetzt uns Erwachsenen, die das Kind halten, Verständnis haben und trotzdem emotional klar bleiben. Wir als Eltern sind die Stabilitätsfaktoren, die ein Kind braucht, um die Situation aushalten zu lernen, verstanden zu werden. Es geht nicht darum, gezogenen Grenzen zurückzunehmen, wenn dies die Ursache für die Tränen ist, sondern zu vermitteln, dass der Schmerz verstanden wird und wir dem Kind beistehen, den Schmerz auszuhalten und es lehren, mit ihm umzugehen. Und wir müssen rückhaltlos zu dem Kind stehen, auch wenn es vielleicht in der Öffentlichkeit weint. Schnell entstehen seelische Verletzungen, wenn Erwachsene nicht zu ihren Kindern stehen, weil es vermeintlich „peinlich“ ist. Gelassenheit und Humor sind hier ein guter Ratgeber.

Veröffentlicht von Jörg Golombeck

Jörg Golombeck, geb. 5.1.63 verheiratet seit mehr als 20 Jahren Vater von drei Kindern Yogalehrer Fussballtrainer

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